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ACCENTform erklärt: Handlaminieren

Das Handlaminieren ist das älteste, einfachste und am weitesten verbreitete Verfahren. Es genügen minimale technische Voraussetzungen, weshalb es hauptsächlich für kleinere Serien, einfache Bauteil-Geometrien und für den Formenbau angewandt wird. Typische Bauteile sind Segelflugzeuge, Flugmodelle, Boote, Behälter und Prototypen aller Art. Die Formen dazu werden ebenfalls handlaminiert. Bei Verwendung von Formenbauharzen lässt sich eine hohe Oberflächengüte erreichen. Die Aushärtung erfolgt fast immer drucklos bei Raumtemperatur. Erhöhte Temperaturen bei der Aushärtung sind nur dann erforderlich, wenn Formen und Bauteile später einer höheren Wärmebelastung ausgesetzt sind (> ca. 60°C).

Handlaminierverfahren

Die Aushärtung der Laminate erfolgt im Regelfall drucklos bei Raumtemperatur. Lediglich bei optimierten Leichtbauteilen, vor allem Sandwich-Bauteilen mit einem Kern aus Schaum oder Waben, wird Vakuum unter Druck gehärtet.
Bestimmte Harze benötigen zur optimalen Durchhärtung höhere Temperaturen.
Die Bauteile werden entweder in der Form oder nach der Entformung zusätzlich getempert. Je nach Harztyp liegen die erforderlichen Temperaturen hierfür meist zwischen 50 - 230°C.
Nach der vollständigen Durchhärtung der Teile erfolgt die weitere Bearbeitung, z.B. durch Besäumen, Schleifen oder Kleben.


Geeignete Materialien

Als Matrix (Bettungsmasse) werden flüssige Harze verarbeitet, vor allem Polyester- und Epoxydharze.
Zur Verstärkung eignen sich speziell für diesen Zweck hergestellte und oberflächenbehandelte Glas-, Aramid- und Kohlefasern. Diese werden in einer Vielzahl geeigneter textiler Produkte angeboten. Die Wichtigsten sind: Roving, Gewebe, Gelege, Matten, Vliese, Bänder, Schläuche, Litzen und Schnitzel.


Erreichbarer Faservolumengehalt:

 

  • bei Mattenlaminaten ca. 15 - 20 Vol.-%
  • bei Geweben             ca. 40 - 50 Vol.-%


Klimatisierung des Arbeitsraumes:

  • mind. 20°C Raumtemperatur
  • Luftfeuchtigkeit um 60%
  • gute Be- und Entlüftung


Merkmale des Handlaminierverfahrens:

  • geringer Werkzeugaufwand
  • geringe Investitionskosten
  • für kleine und mittlere Serien gut geeignet
  • lohnintensiv, da überwiegend Handarbeit


Arbeitsschritte:

  • Auftrag eines Trennmittels auf die Formoberfläche
  • Einstreichen- oder spritzen einer Deckschicht (wird auch als Feinschicht oder Gelcoat bezeichnet).
  • Nach dem Angelieren der Deckschicht werden die nachfolgenden Gewebelagen schichtweise in nass-in-nass aufgebracht. Zum Laminieren wird zunächst eine Harzschicht aufgetragen. Danach werden die Gewebeverstärkungen eingelegt und sorgfältig mit Harz durchtränkt. Als Werkzeuge dienen vor allem Pinsel, Walzen und Rillenroller.
  • Den Abschluss kann ein Abreißgewebe bilden. Das Nylonfasergewebe lässt sich nach dem Aushärten des Harzes rückstandslos entfernen und erzeugt dabei eine definierte, rauhe, saubere und klebfreie Oberfläche zur weiteren Verarbeitung.